Anatomie

Die Wunderwelt des Huhns

Körperorgane (Viszera)

Das Ei

Foto: 500 fache Vergrößerung von der inneren Eischale.Die Schale besteht aus Calciumcarbonat-Kristallen und hat eine poröse, kristalline Oberfläche mit unzähligen winzigen Poren (ca. 7.000–10.000 pro Ei). Darunter sieht man oft die faserige Schalenmembran

Original Foto

Hallo zusammen.

Hat jemand eine Ahnung, warum der Dotter so komisch aussieht?

Die Henne hat heute ihr erstes Ei seit 3 Monaten gelegt. Die Henne ist über 3 Jahre alt. Das Ei war etwas kaputt, deshalb wollte ich es an unseren Hund verfüttern. Hab es aber vorsichtshalber verworfen.

                                 Zur Verdeutlichung  

ℹ️ Der Dotter ist keine homogene Masse, sondern besteht aus konzentrisch angeordneten Schichten mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Man unterscheidet dabei proteinreichen weißen Dotter und fettreichen gelben Dotter, die sich ringförmig abwechseln.
Die eigentliche Bildungsregion des Embryos ist die Keimscheibe auf der Oberfläche des Dotters.
Die Schichtungen sind mit bloßem Auge meist nur schwach erkennbar, können aber gelegentlich als feine Farbunterschiede sichtbar werden.

Der Eilegeapparat:

Ein Meisterwerk der Natur

Die Produktion eines Eis ist ein komplexer Prozess, der im Eilegeapparat der Henne stattfindet. Von der Bildung des Dotters im Eierstock über den Weg durch den Eileiter, wo Eiklar, Eihäute und schließlich die Kalkschale hinzugefügt werden, ist jeder Schritt entscheidend. Wir erklären die Funktion jedes Abschnitts – vom Infundibulum, das den Dotter aufnimmt, über das Magnum, wo das Eiklar entsteht, bis zum Uterus, in dem die Eischale geformt wird. Dieses Wissen hilft uns, die Eierqualität zu optimieren und die Fruchtbarkeit unserer Hühner zu verstehen.

Hier ist die Funktionsweise im Detail:

1. Eierstock (Ovarium)

  • Funktion: Im linken Eierstock (der rechte ist verkümmert) reifen die Eizellen heran. Jedes Huhn besitzt tausende Eizellen, von denen eine nach der anderen zu einem Eidotter (Dotterkugel) heranwächst.
  • Ovulation (Eisprung): Ist der Dotter bereit, platzt der Follikel auf und der Dotter gelangt in den Eileiter.

2. Eileiter (Ovidukt) – Die Produktionsstraße

Der Eileiter ist ein ca. 60–70 cm langer Schlauch, in dem das Ei in verschiedenen Abschnitten entsteht:

  • Infundibulum (Trichter): Nimmt den Eidotter nach dem Eisprung auf. Hier findet die Befruchtung statt, falls der Hahn das Huhn getreten hat.
  • Magnum (Eiklar-Drüse): Hier wird das Eiklar (Eiweiß) um den Dotter gelegt. Dieser Vorgang dauert ca. 3 Stunden.
  • Isthmus (Schalenhaut-Drüse): Hier werden zwei Schalenhäute gebildet, die das Ei umschließen.
  • Uterus (Schalendrüse): Dies ist die längste Station (ca. 20 Stunden). Hier wird die Kalkschale gebildet und das Ei wird eingefärbt.
  • Vagina: Das fertige Ei wird durch Kontraktionen in Richtung Kloake befördert.

3. Kloake

  • Funktion: Das fertige Ei verlässt den Körper durch die Kloake. Dies ist der einzige Ausgang für den Legeapparat, den Darm und die Harnwege.

 

Wichtige Fakten

  • Hormonelle Steuerung: Der gesamte Prozess wird durch Hormone gesteuert.
  • Dauer: Der gesamte Entstehungsprozess eines Eies dauert etwa 25 Stunden, weshalb Hühner im Schnitt nicht jeden Tag, sondern etwa alle 26 Stunden ein Ei legen.
  • Befruchtung: Legehennen legen auch ohne Hahn Eier (unbefruchtete Eier).

Der Eilegeapparat ist eine bemerkenswerte biologische Konstruktion, die darauf ausgelegt ist, Nährstoffe und Schutzschichten in kurzer Zeit um den Dotter zu legen.