Entwurmen für gesunde Hühner
Adulter Spulwurm
Warum ist Entwurmung wichtig?
Hühner nehmen beim Picken von Insekten, Käfern und Schnecken oft Wurmeier auf. Diese Parasiten können sich im Darmtrakt der Hühner ansiedeln und zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen. Regelmäßige Entwurmung ist daher essentiell, um Ihre Tiere gesund und leistungsfähig zu halten.
Symptome eines Wurmbefalls können sein: Durchfall oder Blut im Stuhl, verminderte Legeleistung, Abmagerung, Appetitlosigkeit und ein aufgeplustertes Erscheinungsbild.
Doch woran erkennt man einen Parasitenbefall bei Hühnern?
Achten Sie auf folgende Symptome :
- Das Huhn leidet an Durchfall.
- Die Henne legt weniger oder gar keine Eier mehr.
- Der Kamm hängt schlaff herunter und wird kleiner.
- Verblassender Kamm und Kehllappen.
- Lustlosigkeit und Müdigkeit.
Wurmbefall erkennen
Würmer lassen sich erst spät im Kot erkennen. Wenn sichtbare Würmer im Kot gefunden werden, muss davon ausgegangen werden, dass bereits der ganze Bestand befallen und eine Entwurmung der Hühner längst überfällig ist.
Spulwurm im HühnerkotFrühere Zeichen für einen Wurmbefall sind Abmagerung, Durchfall und ein schlechtes Gefieder.
Je nach Wurmart kann sich beispielsweise ein Luftröhrenwurmbefall durch Luftschnappen und Atemnot der Hühner bemerkbar machen.
Natürliche Entwurmungsmethoden
Viele Hühnerhalter setzen auf natürliche Methoden zur Wurmprophylaxe und -behandlung. Geeignete Futterzusätze sind beispielsweise Knoblauch, Kürbis, Kapuzinerkresse, Wassermelone, Brennnessel, Ysop, Minze, Karotten, Zwiebeln, Holunderblätter, Wermut, Gurken und Apfelessig. Diese Pflanzen können helfen, Würmer auf natürliche Weise aus dem Verdauungstrakt zu spülen. Bei starkem Befall sind sie jedoch weniger wirksam.
Auch die Bekämpfung von Schnecken ist wichtig, da diese ebenfalls Wurmeier übertragen können. Achten Sie zudem auf Sauberkeit im Stall, um den Kontakt der Hühner mit ihrem eigenen Kot zu minimieren.
Die Kraft der Natur nutzen
Entdecken Sie eine einfache und wirksame Methode zur natürlichen Entwurmung Ihrer Hühner mit einer Kur aus Möhren und Olivenöl, wie sie auch "Die Selbstversorgerfamilie" empfiehlt:
- 500 Gramm geraspelte Möhren: Reich an Betacarotin und Antioxidantien, die die Gesundheit fördern.
- 1 Handvoll (gemahlener) Kürbiskerne: Der Bitterstoff Cucurbitacin lähmt Würmer und unterstützt deren Ausscheidung.
- 1 EL Olivenöl bzw. Kokosöl: Wirkt antibakteriell und kann Viren, Pilze und Parasiten im Körper zerstören.
Diese Mischung eignet sich zur monatlichen Vorbeugung oder bei Bedarf.
Achten Sie auf eine artgerechte Haltung und ausgewogene Ernährung, um die Gesundheit Ihrer Hühner optimal zu unterstützen. Frei laufende Hühner, die Wildkräuter fressen, bilden auf natürliche Weise Abwehrkräfte.
Die wichtigsten Würmer im Überblick
Helminthen (Würmer):
Zestoden (Bandwürmer): Rallietina spp., Davainea ssp., Echinolepis ssp.
Nematoden (Rundwürmer):
- Roter Luftröhrenwurm (Syngamus tracheae)
- Spulwürmer (Ascaridia galli)
- Heterakiden (Heterakis gallinarum)
- Haarwürmer (Capillaria ssp.)
Trematoden haben in Mitteleuropa wenig Bedeutung. Beim Picken mit dem Schnabel können die Hühner sich mit verschiedenen Parasiten anstecken.
Es ist empfehlenswert, die Hühner im Bestand zwei Mal im Jahr mittels Kotuntersuchung auf Würmer aber auch andere Parasiten (Einzeller) zu checken bzw. eine Kotprobe vom Huhn untersuchen zu lassen.
Konventionelle Entwurmungsmittel
Bei starkem Wurmbefall können konventionelle Entwurmungsmittel wie Solubenol und Flubenol notwendig sein. Bitte beachten Sie die jeweiligen Anwendungshinweise und Wartezeiten für Eier und Fleisch. Im Zweifelsfall konsultieren Sie einen Tierarzt.
Was sie über Wurminfektionen wissen sollten.
Über eine Kotuntersuchung bei Hühnern lassen sich verschiedene Würmer (Helminthen) nachweisen. Allgemein kommen bei unseren Geflügelarten Nematoden (Rundwürmer), Zestoden (Bandwürmer) und Trematoden (Saugwürmer) vor. Die Infektion mit Trematoden beim Hausgeflügel ist in unseren Klimazonen zu vernachlässigen. Welche Würmer wo vorkommen, hängt von der gehaltenen Geflügelart und deren Haltungsform ab.
Bei reiner Stallhaltung treten beispielsweise Würmer auf, die keine Zwischenwirte in ihrem Entwicklungszyklus benötigen (sog. homoxene Parasiten). Bei Freilandhaltung wiederum kommen als zusätzliche Infektionen Würmer mit Zwischenwirten in der Entwicklung (z.B. Wasserschnecken) in Frage, bei denen sich die Tiere bei Kontakt infizieren können (sog. heteroxene Parasiten).
Derzeit treten in der Auslauf- und Freilandhaltung bei Hühnern vor allem die Nematoden Heterakis gallinarum, Ascaridia galli, Capillaria ssp. und Syngamus tracheae auf. Bei diesen beiden Haltungsformen können auch Infektionen mit Bandwürmern (Zestoden) auftreten.
In der konventionellen Stallhaltung lassen sich Wurminfektionen bei Geflügel durch regelmäßige Kotuntersuchungen, Anthelmintika und gute Management- & Hygienemaßnahmen besser kontrollieren als in Haltungsformen mit Auslauf.
Infektionen mit Würmern bei Geflügel können unter Umständen Leistungseinbußen zur Folge haben, aber auch unbemerkt verlaufen.
Kotuntersuchung so gehen sie vor.
Für eine Kotuntersuchung bei Hühnern sollte man eine Sammelkotprobe über drei Tage aus dem Bestand nehmen und diese ordentlich verpackt und ausreichend frankiert ins Labor (z.B. exomed) schicken. Die Kotprobe sollte an verschiedenen Stellen im Stall/ Auslauf gesammelt werden, damit man möglichst viele Tiere damit erfasst. Der gesammelte Kot von drei Tagen kommt in einen gemeinsamen Transportbehälter (z.B. Kotröhrchen).