Aufzucht

 Stall und Umgebung

Die Aufzucht von Hühnerküken erfordert besonders in den ersten Wochen viel Sorgfalt bei Wärme, Ernährung und Hygiene. Hier sind die wichtigsten Punkte: 

 

Wärme ist überlebenswichtig 

Frisch geschlüpfte Küken können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. 

  • Wärmequelle: Nutzen Sie eine Wärmelampe (Infrarotstrahler) oder eine Wärmeplatte.
  • Temperaturverlauf: Starten Sie in der ersten Woche bei ca. 32–35 °C direkt unter der Wärmequelle. Senken Sie die Temperatur jede Woche um etwa 2 °C, bis die Küken voll befiedert sind (meist nach 5–6 Wochen).
  • Verhalten beobachten: Drängen sich die Küken direkt unter der Lampe, ist es zu kalt; meiden sie den Lichtkegel, ist es zu heiß. 
  • Sicherheit: Das Kükenheim muss zugluftfrei, trocken und sicher vor Fressfeinden (Marder, Ratten, Katzen) sein.
  • Einstreu: Gut geeignet ist staubarme Einstreu, gehäckseltes Stroh oder in den ersten Tagen auch Wellkarton.
  • Auslauf: Bei warmem, trockenem Wetter können Küken ab der 2. oder 3. Woche für kurze Zeit nach draußen, sofern sie geschützt sind. 

 

 Hygiene & Gesundheit

  • Reinigen Sie Wasser- und Futterbehälter täglich, um Krankheiten wie Kokzidien vorzubeugen.
  • Achten Sie auf das Gefieder: Ein struppiges Aussehen ist während des Wachstums normal, aber Apathie oder Durchfall sind Warnsignale

Aufzuchttemperaturen

Woche    Empfohlene Richtwerte  Hinweis

1. Woche     32 – 35 °C

Ein Start bei 34–35 °C ist am sichersten.

2. Woche     29 – 32 °C

Senkung um ca. 2–3 °C pro Woche.

3. Woche     26 – 29 °C

4. Woche     22 – 26 °C

Langsame Annäherung an Raumtemperatur.

5. Woche     18 – 22 °C

Ab hier ist Raumtemperatur meist ausreichend.

    Fütterungsphasen

  • Der Dottersack: In den ersten 24 bis 48 Stunden benötigen Küken theoretisch kein Futter, da sie vom eingezogenen Dottersack zehren. Dennoch sollte Futter von Anfang an bereitstehen.

 

  • 1. bis ca. 8. Lebenswoche: Kükenstarter
    In dieser ersten Phase ist ein hochwertiges Kükenmehl oder fein pelletierter Kükenstarter entscheidend. Das feine Mehl wird bevorzugt, da Küken Pellets anfangs schwer aufnehmen können. Dieses Alleinfuttermittel enthält alle notwendigen Nährstoffe und sollte den Küken ab dem dritten Lebenstag ständig zugänglich sein.

 

  • Ab ca. 9. Lebenswoche: Junghennenfutter
    Nach der Kükenstarter-Phase erfolgt die langsame Umstellung auf  Junghennenfutter (auch Aufzuchtfutter genannt). 
    Der Übergang von Kükenstarter (meist mehlförmig oder feine Krümel) zu Junghennenfutter  in der Hühnerzucht sollte schrittweise erfolgen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden und die Futteraufnahme sicherzustellen. Die Umstellung beginnt typischerweise ab der 4. bis 8. Lebenswoche.

 

  • Wasser: Bieten Sie stets frisches, sauberes Wasser in einer Kükentränke an, in der sie nicht ertrinken können.
  • Grit: Kleiner Magenkiesel (Quarzsand/-grit) hilft den Küken bei der Verdauung im Muskelmagen.